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  • Andreas

Camp mit 624 Teilnehmern



Liebe Männer


Ich bin noch mit den Nacharbeiten zu unserem Free@Heart Camp 2024 beschäftigt, als ich über einen guten Freund von einem Männercamp in Deutschland höre. Grundsätzlich bin ich von unserem Camp-Konzept nach wie vor überzeugt, aber immer auch sehr interessiert, wie andere das machen. Das Camp, von welchem mir mein Freund erzählte, ist jeweils einiges grösser als unseres. Dieses Jahr nahmen sage und schreibe 624 Männer teil.

Wirklich interessant wurde es, als mein Freund mir einen Stapel Feedback-Zettel des Camps zu lesen gab. Voll motiviert machte ich mich an die Arbeit. Die ersten 16 Zettel haben mich fast umgehauen: Diese Männer haben das Camp absolut maximal gut erlebt. Sie schwärmen über den Zusammenhalt und die Solidarität in ihrer Gruppe, über durchwegs positive, ja geradezu euphorische Erfahrungen, über enorm viel Zuspruch und Energie, welche wohl über Monate, wenn nicht sogar Jahre anhalten wird. Je mehr ich mich dann durch den Stapel arbeitete, umso mehr Entäuschendes und Negatives prägte die Auswertungen und bald glich ein Zettel dem anderen. Klar, alle beschreiben Positives, doch unter dem Strich überwiegt eine grosse Enttäuschung, nicht das gebracht, nicht das erreicht, nicht das geleistet zu haben, was man sich von dem Camp erhofft oder erträumt hatte.

Ich bleibe recht ernüchtert zurück. Da organisiert jemand mit sehr viel Aufwand ein Männercamp für 624 Männer und am Schluss bleiben gerade mal 16 oder vielleicht 20 durchwegs glückliche Teilnehmer.

Ihr habt es sicher schon gemerkt: Dieses Camp in Deutschland ist noch nicht fertig und ist allgemein unter dem Namen Fussball Europameisterschaft bekannt.

Ich liebe Sport, ich bin ein Bewegungsmensch. Aber ich bin froh, dass im Zentrum meines Lebens nicht dieses Camp in Deutschland oder dasjenige, das im Sommer in Paris stattfindet, steht. Es ist dieser Punkt, der mich immer etwas schmerzt beim Sport: Damit einer am Schluss als grosser Sieger im Rampenlicht steht, braucht es viele andere, die enttäuscht auf der Strecke bleiben.

Bei unserem Camp ist es genau umgekehrt: Einer hat sich hingegeben und kurzzeitig als Verlierer ausgesehen, damit wir uns alle am Sieg freuen und jubeln können. Bei diesem grossen Event zählt nicht die Leistung, sondern es reicht, einfach dabei zu sein.

Ich wünsche euch noch ein paar schöne Abende vor dem Fernseher und hoffe, die 16 positiven Feedback-Zettel sind in Schweizerdeutsch verfasst. Und vergiss nicht, da wo es wirklich wichtig wird, spielt es keine Rolle, ob du den genialen Pass spielst. Es reicht schon, wenn du dir das T-Shirt anziehst.



Für das COR Team

Andreas

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